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Gemeinsam gegen die Waldbrände: Europa hält zusammen

Koordinierungszentrum für Notfallmaßnahmen der EU (ERCC)

Koordinierungszentrum für Notfallmaßnahmen der EU (ERCC) © CTK

31.07.2026 - Artikel

Schwere Waldbrände toben in Europa, aber unser Kontinent hält zusammen und koordiniert Hilfen über das EU-Katastrophen­schutzverfahren. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie hier.

Schwere Waldbrände toben in Europa, aber unser Kontinent hält zusammen. Besonders betroffen sind im Moment Frankreich und Spanien, aber auch Italien, Portugal, Griechenland und die Türkei. Zahlreiche europäische Partner leisten Unterstützung – ein sichtbares Zeichen gelebter Solidarität in der Europäischen Union und darüber hinaus.

Auch Deutschland beteiligt sich aktiv: Die Bundeswehr hat Löschhubschrauber nach Frankreich entsandt. Zudem sind Feuerwehrkräfte aus Nordrhein-Westfalen auf dem Weg nach Spanien. Auch andere europäische Staaten unterstützen mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und spezialisierten Einsatzteams. Auch im letzten Jahr war Deutschland aktiv an der Bekämpfung der Waldbrände in Europa beteiligt.

Wie die EU die Hilfe koordiniert

Zentrale Grundlage der gemeinsamen Hilfe ist das EU-Katastrophenschutzverfahren (https://civil-protection-humanitarian-aid.ec.europa.eu/what/civil-protection/eu-civil-protection-mechanism_de ). Über diesen Mechanismus können betroffene Staaten schnell und unbürokratisch Unterstützung anfordern. Die Hilfsangebote der teilnehmenden Länder werden gebündelt und zügig koordiniert, sodass Einsatzkräfte und Material gezielt dort eingesetzt werden, wo sie am dringendsten benötigt werden. Seit seiner Einführung im Jahr 2001 wurde das EU-Katastrophenschutzverfahren mehr als 800-mal aktiviert.

Für den Kampf gegen Waldbrände hat die Europäische Union mit rescEU ergänzend einen eigenen Pool an Löschflugzeugen und Hubschraubern aufgebaut, der kurzfristig mobilisiert werden kann.

Wie der menschengemachte Klimawandel die Gefahr für Waldbrände erhöht

Dass Waldbrände immer häufiger und heftiger auftreten, steht in engem Zusammenhang mit dem sich beschleunigenden Klimawandel . Europa ist der Kontinent, der sich derzeit am schnellsten erwärmt. Höhere Temperaturen und längere Trockenperioden begünstigen die Ausbreitung von Bränden erheblich.

Auch Deutschland und der Norden Europas sind zunehmend betroffen. Selbst in den nordischen Staaten und im Baltikum führen ungewöhnlich lange Trockenperioden und steigende Temperaturen dazu, dass Wälder anfälliger für Brände werden. Regionen, die bislang als vergleichsweise risikoarm galten, sehen sich häufiger mit großflächigen Wald- und Torfbränden konfrontiert – mit erheblichen Auswirkungen auf Ökosysteme, Luftqualität und Infrastruktur.

Die Europäische Union begegnet diesen Entwicklungen auch mit ambitionierten Klimazielen . Mit dem Europäischen Klimagesetz hat sich die EU verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden und die Treibhausgasemissionen bis 2030 deutlich zu senken. Diese Ziele sind zentral, um die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen.

Ohne Vorsorge geht es nicht

Neben der internationalen Zusammenarbeit und den strukturellen Ursachen bleibt das Verhalten jedes Einzelnen entscheidend. Nach Angaben des europäischen Zivilschutzes löst in mehr als 95 Prozent der Fälle menschliches Fehlverhalten die Waldbrände aus. Häufige Ursachen sind unbeaufsichtigte Lagerfeuer, weggeworfene Zigaretten oder nicht vollständig gelöschte Glut.

Die Europäische Union stärkt die Vorsorge gegen Waldbrände. Die Förderung von klimaresilienten Mischwäldern kann die Widerstandsfähigkeit der Natur gegenüber Hitze und Trockenheit erhöhen und so die Ausbreitung von Bränden zumindest verlangsamen. Ebenso spielt die Wiedervernässung von Mooren eine wichtige Rolle: Intakte Moore speichern Wasser, wirken kühlend auf ihre Umgebung und reduzieren das Risiko von Torfbränden erheblich.

Mit der Empfehlung des Rates der EU zum integrierten Waldbrandrisikomanagement und den neuen Leitlinien der EU-Kommission werden Prävention, Resilienz und Wiederaufbau noch stärker zusammengeführt.

Viele europäische Staaten investieren in Frühwarnsysteme, bessere Waldpflege, Brandschneisen und Aufklärungskampagnen. Denn wir werden auch in Zukunft mit schweren Waldbränden in Europa zu rechnen haben. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Risiken frühzeitig zu erkennen und Schäden zu begrenzen. Europa zeigt: Mit wirksamer Vorsorge, konsequentem Klimaschutz und einer starken gemeinsamen Krisenreaktion schützen wir uns besser vor Waldbränden und ihren verheerenden Auswirkungen.

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